Das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) und was Sie darüber wissen sollten

Seit 1. Januar 2016 gilt das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II).

Am 12. August wurde das PSG II beschlossen. Zu den wesentlichen Inhalten gehören die lange erwartete Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes und damit einhergehend die neuen Pflegegrade, diese gelten ab dem 01.01.2017.

Viele Betroffene sind unsicher, wie die Umstellung von Pflegestufe auf Pflegegrade ablaufen wird.

Durch die Umstellung entsteht kein Nachteil für Betroffene mit bestehender Pflegestufe. Das bedeutet, dass z.B. keine Mehrkosten auf Sie zukommen, wenn Sie bereits in einer vollstationären Einrichtung sind. Hierbei spricht das PSG II von einem Bestandsschutz.

Die grundlegende, pauschale Umrechnung der Pflegestufen wird wie folgt aussehen:

Ohne eingeschränkte Alltagskompetenz

Mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Die „Einschränkung der Alltagskompetenz“ wird durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen erhoben und läuft üblicherweise einher mit der jetzigen Pflegestufeneinstufung.

Eine weitere Neuerung ist der fixe Eigenanteil für den Betroffenen. Jedes Pflegeheim hat einen eigens für ihr Haus berechneten Eigenanteil, welcher unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad ist.

Das hat zur Folge, dass eine Höherstufung des Pflegegrades zukünftig keine Auswirkungen mehr auf den Eigenanteil hat.

Bei der ersten Umstellung ohne Einschränkung der Alltagskompetenz von Pflegestufe 1 auf Pflegegrad 2 leistet die Kasse weniger Zuzahlung als noch bei den Pflegestufen. Der Kostenpunkt ist aber für den Betroffenen in einer vollstationären Einrichtung nicht von Belang. Das Pflegeheim verdient hierbei weniger, was sich aber in der Gesamtheit der angebotenen Pflegeplätze wieder regulieren sollte.

Die Umstellung läuft für alle Privatpersonen in der Regel vollautomatisch, man wird darüber informiert, in welchen Pflegegrad man nun eingeteilt ist.

Wichtig! Falls Sie durch das PSG II in die Situation kämen, dass sie weniger Leistung erhalten würden als noch mit ihrer bereits bestehenden Pflegestufe, greift der Bestandsschutz.

Wenden Sie sich hierbei an zuständige Stellen wie Ihre Krankenkasse, den medizinischen Dienst oder ggf. an den Bezirk.

Bis bald, Ihr
Manuel Khauer